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03
Apr
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07
Apr
Gasthaus Hasen Kirchplatz 2/ 87448 Waltenhofen

Eine Unternehmerin der besonderen Art ohne „break even“, aber mit einem sehr hohen Wirkungsgrad stellte die Buchherausgeberin Christine Abele-Aicher in ihrem Vortrag bei den „Allgäuer Unternehmerinnen“ am 28. April in Kempten vor.

Inge Aicher-Scholl, eher bekannt durch das tragische Schicksal ihrer Geschwister Hans und Sophie Scholl, Mitglieder der Widerstandsgruppe „Die Weiße Rose“. Hans und Sophie sollten nicht umsonst gestorben sein. Dieser Motor trieb Inge Scholl lebenslang zu unvergleichbaren Höchstleistungen an. 1946 Mitbegründerin der VH Ulm (Volkshochschule), die sie 28 Jahre lang leitete. Mitbegründerin der legendären Hochschule für Gestaltung (HfG) in Ulm, die trotz ihrer kurzen Existenz noch heute Grafiker und Gestalter beeinflusst. Verfasserin des Buches „Die Weiße Rose“, das 1952 zum ersten Mal und 2009 in der 13. Auflage erschien. Frau des berühmten Gestalters Otl Aicher (Erscheinungsbild der Olympischen Spiele München 1972), Mutter von fünf Kindern, bereits 1953 Initiatorin einer Selbsthilfegruppe von Eltern mit behinderten Kindern. Ostermärsche in Ulm ab 1964, ab 1987 Mitarbeit bei der Friedensinitiative in ihrem letzten Wohnort Leutkirch.

Mutig kämpft sie gegen die Aufrüstung der noch jungen Bundesrepublik, u. a. mit der Mutlangen-Blockade 1985 neben Wolf Biermann, und wird deshalb vom Amtsgericht Schwäbisch Gmünd zu einer Geldstrafe verurteilt. Nach der Reaktorkatastrophe Tschernobyl protestiert sie öffentlich gegen Atomkraft. Sie ist Trägerin zahlreicher Preise und Auszeichnungen, z.B. des Allgäuer Friedenspreises (1987), der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg (1995), der Ehrenbürgerwürde der Stadt Ulm (1997): Mutter, Pädagogin, Friedensaktivistin, Publizistin, Initiatorin, Kämpferin, Mahnerin, Visionärin. Am 4. September 1998 stirbt sie im Alter von 81 Jahren in der Rotismühle bei Leutkirch. Eine starke Frau mit sanfter Stimme und zurückhaltendem Auftritt. Und so nennt Christine Abele-Aicher ihre Monografie, in der sich über 50 Zeitzeuginnen und Zeitzeugen erinnern, auch „Die sanfte Gewalt – Erinnerungen an Inge Aicher-Scholl.“

Eine beeindruckende Lesung, die in allen Zuhörerinnen noch lange nachwirken wird.
www.ingeaicherscholl.de

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